The business of business is business – Why fucking idealistic humanism is a safe way to ruin your company

Ja, das ist wirklich eine großartige und vor allem so notwendige Idee:

Unser Unternehmen wird agiler, flacher, prozess-entschlackter, menschenfreundlicher, artgerechter, managementdreinulliger, betacodexiger, dynamikrobusthöchstleistender, WEIL…

1.) wir in diesen dynamischen, schnelllebigen Businesszeiten NUR SO das Überleben des Unternehmens sichern können.

2.) die Zahlen dadurch besser werden.

Das sind sehr vernünftige und vor allem so gar nicht Moralin-angesäuerte, sondern eben handfeste Business-Gründe, unser Unternehmen mal wieder top-down umzukrempeln.

Heißt im Klartext: Wir machen das, solange die Zahlen deutlich im schwarzen Bereich sind. Und wenn diese Zahlen auch nur ein bisschen schlechter werden, was wie wir alle wissen in wirklich guten Transformationen natürlich NIE vorkommt, genausowenig wie aufgrund der unverfügbaren Änderung von Rahmenbedingungen (Innovationen bei Mitbewerbern, Entstehung neuer Anbieter, Veränderte Kundenpräferenzen, veränderte staatliche Gesetze), dann…

1.) rudert das Management wieder ganz schnell hastdunichtgesehen zurück und zieht wieder ganz kräftig die Kontroll-Zügel an.

2.) werden uneinsichtige Überzeugungstäter im Management ganz schnell hastdunichtgesehen durch vernünftigere und verlässlichere Geschäftsführer und Vorstände ersetzt, die bei McKinsey und Co. von der Pike auf gelernt haben, wie man Unternehmenszahlen ganz schnell wieder auf Steilflug trimmt.

Also wir finden diese rein betriebswirtschaftliche Motivation zu „New-Work“ großartig!

Man muss schließlich die wirtschaftliche Logik immer streng im Blick behalten: Wertschöpfung, Margen, Konkurrenz, Renditen, Wiederverkaufswert des Unternehmens – sonst wird die ganze Menschenfreundlichkeit einfach nur idealistisch, unseriös und sehr, sehr schädlich.

Gut, natürlich könnte man jetzt sagen: Wenn Du ein humanes Unternehmen hast, in dem die Leute wirklich weitgehend angstfrei und auf Augenhöhe miteinander reden: Die Mitarbeiter mit den Geldgebern und Unternehmenseignern, die Kunden mit den Mitarbeitern und die Mitarbeiter untereinander, dann bist Du auch sehr schnell und ganz natürlich bei den wirtschaftlichen Themen, weswegen es bei den allermeisten Unternehmen, die „zwischenmenschlich entspannt“ sind, auch wirtschaftlich recht ordentlich läuft und die Insolvenzquote weit unter der in konventionellen Unternehmen liegt.

Aber wer so argumentiert, übersieht fahrlässig, dass man realistischerweise Angst haben sollte vor Selbstbedienungsläden, Laissez-Faire-Unternehmen und der Gefahr, den Zweck einer Unternehmung: To make money, völlig aus den Augen zu verlieren.

Deswegen ist es nur recht und billig, dass sich Menschenfreundlichkeit in Unternehmen immer erst mal betriebswirtschaftlich rechtfertigen müssen sollte! Also: Rechnet sich das? Trägt das auch wirklich, ehrlich zur Wertschöpfung bei? Etc.

Nicht vertrauen kann man dagegen darauf, dass Menschen „wirklich arbeiten wollen, anstatt nur beschäftig zu sein“ (Lars Vollmer). Also auch nicht darauf, dass sie in einer angstfreien Umgebung anfangen, sich von sich aus zu beschweren, wenn man aus humanistischem Überschwang Bullshit-Innovationen in Unternehmen einführt, die nur Energie fressen und sie von der Arbeit abhalten. Und auch nicht darauf, dass man auch bei diesem möglichen Problem einfach nur einander zuhören kann, um solche unternehmerischen Verrirrungen sehr schnell zu entdecken und dann modifizieren oder einstellen zu können.

Nein, SO VIEL Vertrauen in die Menschen wäre dann doch deutlich zu viel des Guten!

Da sind wir ganz bei Euch, Ihr wirtschaftlich vernünftig gebliebenen Change-Propheten!

Idealismus und Menschenfreundlichkeit sind einfach der ganz falsche Ansatz, wenn man irgendwas in seinem Unternehmen verändert!

Vielmehr gilt:

The business of business is business! Also: Geld zu machen! Den Unternehmenswert maximal zu steigern, damit das Unternehmen verkauft werden kann und dadurch die Investoren möglichst schnell sehr viel reicher macht! DAS sollte man immer im Blick behalten!

Um Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterzufriedenheit und die Zufriedenheit der Investoren als Menschen geht es nicht, kann es ja auch gar nicht gehen – Das würde ja direkt in den betriebswirtschaftlichen Untergang führen! – Um diesen ganzen Kram müssen sich schon die einzelnen Menschen selber kümmern! Sind ja erwachsen. Müssen halt auf sich aufpassen. Also Glücksgarantien kann ein Unternehmen ja nicht machen, das würde ein Unternehmen ja völlig überfordern und ins Nicht-Betriebswirtschaftliche hinein überdehnen, so verrückt wie die Leute nun mal sind, mit Verlaub.

Also das haben wir zumindest so gehört. Irgendwo. Wo genau haben wir grad vergessen. Aber es hört sich definitiv absolut logisch an. Außerdem passt es sehr gut zu unseren bisherigen Business-Praktiken und Business-Denkgewohnheiten.

Also wird es ja wohl sicher stimmen!

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